NBA Finals 2011 – Warum Dallas dieses Jahr stärker ist als 2006
Samstag, Mai 28th, 20115 Jahre ist es her, dass die längst totgeglaubten Miami Heat, angeführt von ihrem Youngster Dwayne Wade, die NBA Finals gegen Dirk und seine Mavericks im dritten Spiel unter Kontrolle nahmen und den 0-2 Rückstand in einen 4-2 Sieg drehten. 5 Jahre, in denen keiner mehr damit gerechnet hätte, dass Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks noch einmal so eine Chance bekommen sollten.
Doch spätestens in den Conference Semifinals vor wenigen Wochen stellten die Mavs mit Nowitzki, Jason Terry und einer überraschend starken Defense klar, dass dieses Jahr noch ein (letztes) Mal mit ihnen zu rechnen ist. Der amtierende Champion, die L.A. Lakers wurden 4-0 abgeschlachtet, Superstar Kobe Bryant war bedient.
Im Osten zerschossen die Big Three der Miami Heat ebenfalls jede Defense, die ihnen in die Quere kam, inklusive der, neben der eigenen, wohl besten Verteidigung der Liga. Weder Boston, noch Chicago konnten James, Wade und Bosh stoppen oder gegen sie scoren.
Doch jetzt kommt es in den Finals zur Revanche von 2006. Die Hauptdarsteller sind die fast die Gleichen: Dirk Nowitzki und Jason Terry im Trikot der Mavs und Dwayne Wade im Trikot der Miami Heat. Und auch Erik Spoelstra, Headcoach der Miami Heat, stand beim Titelgewinn 2006 immerhin schon als Assistant Coach an der Seite von Pat Riley.
Doch ansonsten ist nichts, wie es 2006 war. Auch wenn es auf den ersten Blick anders aussehen mag, Dallas ist um Einiges stärker und Miami um Einiges schwächer, als noch vor 5 Jahren. Neben Pat Riley als Headcoach und dem dadurch entstandenen Teamgeist waren die Erfolgsgaranten in den umkämpften Finals vor allem die sehr erfahrenen Veteranen Gary Payton, Alonzo Mourning und Shaquille O’Neal. Mit diesen 3 Spielern an der Seite war es Dwayne Wade fast unmöglich, nicht Champion zu werden. Besonders Mourning und Shaq machten den Unterschied, hießen ihre direkten Kontrahenten 2006 doch Erick Dampier oder DeSagna Diop – aussichtslos, gegen die 2 stärksten Maschinen, die die NBA vor Dwight Howard je gesehen hat. Gepaart mit gefährlichen Shootern wie James Posey oder Derek Anderson und der Kampfmaschine Udonis Haslem, war dieses Team für Dallas im Prinzip nicht zu schlagen.
Mit Ausnahme der Shooter ist den Miami Heat jedoch alles verloren gegangen, was für sie 2006 den Unterschied machte. Mike Miller und James Jones können an einem guten Tag ohne Frage alle Lichter ausschießen. Ein Point Guard wie Gary Payton wird allerdings schmerzlich vermisst, wäre er in seiner damaligen Verfassung heute doch das wohl zweitwichtigste Puzzlestück für die Big Three. Der alles entscheidende Punkt aber ist: Wer oder was steht in diesem Jahr in rot gekleidet unter den Brettern? Shaquille O’Neal, Zo und ein bissiger Haslem, der die entscheidenden Fehlwürfe wieder reintippt? Eben nicht, sonder genau dieser Erick Dampier, der 2006 noch für die Dallas Mavericks spielte und nicht den Hauch einer Chance gegen Shaq oder Mourning hatte! Ein zu kleiner Joel Anthony, ein viel zu langsamer Zydrunas Ilgauskas oder Softie Chris Bosh, der den kämpfenden Haslem aufgrund seines besseren Offensivspiels auf die Bank verdrängt hat. Herzlich wenig gegen die Reboundmaschinen der Dallas Mavericks, Tyson Chandler und Brandon Haywood.
Diese riesigen Lücken muss ein Spieler füllen – LeBron James. Vom Point Guard bis zu den Rebounds muss er genau das bringen, was Shaq, Mourning und Payton damals brachten. An der Motivation mangelt es ihm sicher nicht, aber an der Erfahrung auf jeden Fall. Und auch der vielleicht beste Basketballer der Welt kann sich nicht in drei teilen. Die Mavs haben vielleicht keinen Jerry Stackhouse oder den damaligen Youngster Devin Harris mehr in ihren Reihen haben, sind aber in diesem Jahr mit Sicherheit das erfahrenere Team. Die Oldies Dirk, Peja, Kidd, Terry, Shawn Marion sind alle weit über 30, alle mehr als erfahren und alle mehr als reif für den Titel…

